Ethnomedizin

Mit Wissen und Medizin der Völker zur Quelle der Heilung
Ethnomedizin beschäftigt sich mit der Definition und Interpretation von Gesundheit und Krankheit in unterschiedlichen Kulturen, sowie die daraus resultierenden kulturspezifischen Heil- und Behandlungsweisen. Sie stellt ein interdisziplinäres Arbeitsfeld dar, das die Medizin und angrenzende Naturwissenschaften sowie Sozial- und Gesellschaftswissenschaften wie die Ethnologie, Medizinsoziologie und Psychologie verbindet. Sie beschäftigt sich mit traditionellen medizinischen Systemen im Kulturvergleich. Sie verfolgt das Ziel medizinische Kenntnisse und Praktiken in den verschiedenen Kulturen zu erfassen, kulturübergreifende und -vergleichende Studien anzustellen und das kulturelle Erbe der Volksmedizin in vielen Ländern der Welt zu verstehen und zu bewahren.

Über die Medizin folgender Kulturen wurden von Dr.Hobert Artikel veröffentlicht:

 1.  Die Buschmedizin der Aborigines: Wie australische Blütenessenzen
helfen Körper und Seele in Balance zu bringen

2.  Heilende Rituale bei chronischen Krankheiten am Beispiel der
Opferzeremonien der Batak auf Sumatra und der Zeremonien rund um den
schmerzbringende Ahnengeist der Igorot ( Philippinischer Bergstamm)

3. Amchi Medizin – Altes Heilwissen aus den Hochtälern Lhadaks

4.  Die Wüstenmedizin der Kalifen Arabiens – Biblische Heilpflanzen

5.  Das Mirimiri der Tohungas, der Schamanen Neuseelands
     Das Meerschweinchenritual von Lahuaytambo in Peru

6.  Wenn Musik und Tänze zu Medizin werden
         -Die Vogelgesänge der Apachen  Arizonas
         -Trance Tänze und Ganawi Musik aus Ghana und Mali

7. Inipi -die Schwitzhüttenzeremonie der Lakota
    Feuerlauf – Ritual der Reinigung und des Neuanfangs

8. Der „gute Mann des Waldes“ und seine Gris Gris in Ostafrika
    Sirai-Zauberer der Tigrigna einer Volksgruppe in Eritrea

9. Die Pule – Heilung auf Hawaii

10. Marabouts, die heiligen Männer Gambias und ihre Schutz-und
Heilungsfetische

11. Das Einfangen der verlorenen Seele bei den Kraho Indianern
Zentralbrasiliens
      Das schamanische Phurba Heilritual in Nepal

12. Ayurveda: Die Pulsdiagnose und die Lehre der drei Doshas

 

Fernöstliche Medizin
Die wertvollsten Bereicherungen des heutigen ganzheitlich geprägten Medizinverständnisses kommen ohne Frage aus den traditionellen fernöstlichen Heilsystemen. Die Essenz der unterschiedlichen philosophischen Grundlagenwerke der alten Weisheitslehren  aus China ( Daoismus), Tibet( Buddhismus) und Indien (Veden) hat sehr effektive Heilsysteme hervorgebracht die zukünftig wieder einen stärkeren Einfluß auf die Weltgesundheit haben werden. Sie alle verbindet die Auffassung, daß ohne eine Anerkennung spiritueller und energetisch Feinstofflicher Zusammenhänge keine wirkliche Heilung möglich ist. Um dies zu erreichen beschreibt sie umfassenden Schatz von  „Werkzeugen“ die uns dienlich und hilfreich sind um das Ziel zu erreichen.
 
Indigene Kulturen
Indigene Völker zeigen uns auf wie untrennbar alles miteinander verbunden und verwoben ist.
Sie gehen davon aus, dass Gemeinschaft und Welt ein System von Beziehungen sind. Ähnlich des Webens eines Webers stellen die Menschen durch ihre sichtbaren und unsichtbaren Handlungen auf emotionaler, geistiger und damit auch körperlicher Ebene ein Gewebe her. Dieses kann man in der Festigkeit und Haltbarkeit als gesund oder ungesund und in der Farbenkombination als harmonisch oder disharmonisch charakterisieren. Eine Vielzahl von Ritulen ermöglichen eine Rückbindung an die Urkräfte der Natur.


Von der Unordnung zur Ordnung
Moderne Medizin versucht dem Komplex der äußerlich sichtbaren Symptome und Krankheiten  Herr zu werden, indem sie die unsichtbaren Dimensionen des Seins verleugnet und mit größtem Aufwand versucht, Zellen und Organe so zu beeinflussen das sie in einen wieder funktionstüchtigen Zustand zurück versetzt werden. Beherrschung und Verdrängung prägen das Denken.
Während der normale Psychologe den Körper weitgehend ausblendet und gleichzeitig  meist auch den spirituellen Teil des Krankheitsleidens verleugnet, versucht er mit sehr hohem Zeitaufwand die psychischen Prozesse zu begeifen und so zu manipulieren das ein Heilungsprozess einsetzen kann. Der Theologe wiederum hat die unsichtbaren und spirituellen Bereiche möglicherweise für sich erkannt jedoch sieht er sich nicht geeignet und befugt etwaige Therapiemaßnahmen gezielt zum Wohle des Anvertrauten  einzusetzen.
Der traditionelle Heiler ist Arzt, Psychologe und „Götterbote“ zugleich. Er stellt die Rückkehr zu den spirituellen Wurzeln zur naturgebundenen Einheit in den Mittelpunkt der Heilung. Die meisten Ethnotherapien so mystisch ihre Techniken auch auf den ersten Blick erscheinen mögen, sind auch auf körperlicher Ebene erstaunlich erfolgreich wenn es darum geht den Patienten zurückzuführen zu Harmonie und  Balance mit sich, seiner Umgebung und dem Kosmos.,Aus der Integration aller Ebenen zu einem ganzheitlichen Ansatz wird eine über dem menschlichen Dasein und die Zeit erhobene Weisheit geboren die bei größerer Beachtung eine neue Zukunft für die Menschheit ebenso wie für unseren Planeten  möglich macht.

Traditionelle Heiler und ihre Werkzeuge
Viele indigene Völker sehen in Krankheiten die Folge eines Ungleichgewichtes des Geistes und der Seele des Einzelnen oder der Gemeinschaft, die z.B. durch bösen Zauber, Ahnengeister oder Dämonen verursacht werden können. Dennoch wird zwischen natürlichen und übernatürlichen Krankheitsursachen unterschieden, was sehr komplexe Behandlungssysteme hervorgebracht hat. So gibt es neben dem Heiler, Schamanen oder Medizinmann auch die Kräuterdoktoren, Kräuterfrauen und Knochenrichter.

Die Besonderheiten der lokalen Heiler liegen in ihrer Kompetenz, Autorität und Berufung. Meist haben sie eine lange Initiationszeit bis sie ihre Anerkennung als Heiler erfahren. Sie beheben Gesundheitsstörungen indem sie kulturell akzeptierte und erprobte Methoden anwenden. Ihre Funktion ist meist umfassender als die der westlichen Ärzte, denn auch soziale, psychische, spirituelle Aspekte gehen in die Behandlung ein. Dabei wird der Heiler oft zum Mittler zwischen der Gemeinschaft und der übernatürlichen Welt. Oft wird die Therapie zu einer öffentlichen Angelegenheit da  soziale und spirituelle Aspekte einer Widerherstellung verloren gegangener Balance bedürfen weshalb in den meisten indigen Kulturen der Medizinmann  gleichzeitig Hüter der sozialen Ordnung ist. Bei den Nordamerikanischen Indianern sind die Heiler Medizinmänner, die über Kenntnisse von Mensch Natur und Kosmos verfügen die sie in heilende Rituale umsetzen. Bei den Afrikanern sind die Heilkundigen meist Fetischzauberer, Orakelpriester oder Witchdoctors  ( Zulu: Izangoma). Geheime Magie wird zum Wohle aber auch zum Schaden ( Fluch) eingesetzt. In Brasilien aber auch in Haiti werden Candomble Priester  aufgesucht.Der Priester hilft als Mittelmann zwischen dem Kranken und den Göttern. Oft verfallen sie dazu spontan in Trance ohne diese jedoch in irgendeiner Form lenken zu können. In Peru und Bolivien haben Sheripari (Schamanen) Zugang zu Aspekten und Sphären der Wirklichkeit, die anderen verborgen bleiben. Sie können in  Trance die Geistwesen der Natur und Herren der Tiere besuchen. Induziert durch Trommeln oder andere monotone Klänge „reisen“ sie in eine „Nichtalltägliche Wirklichkeit In der "Unteren Welt"nimmt er Kontakt zu Krafttieren auf, die ihm das Wissen und die Heilkraft vermitteln, um im Alltag für sich selbst, andere und die Welt heilsam zu wirken. In Süd-und Mittelamerika ist das Erkrankungskonzept des „Susto“ weit verbreitet. Durch einen Schreck z.b. in Folge eines Unfalls kann es zu einem Seelenverlust des Kranken kommen was sich in schwerer Krankheit äußern kann. Die Aufgabe des Schamanen ist das Zurückrufen der Schattenseele durch Opfer an die Geister, die die Seele gefangen haben, Massagen, Bestreichen des Körpers mit rituellen Gegenständen und Pflanzen, Schwitzen bis hin zum erneuten Erschrecken des Kranken.
Da die Anforderungen an das „Menschsein“ in allen Kulturen sehr unterschiedlich sind, müssen auch  die örtlich angewendeten Therapieverfahren  unterschiedlich sein um dem gerecht zu werden was Menschen an Hilfestellung in ihrem Land benötigen.  Das CBS ( Culturel bound Syndrom) beschreibt  Erkrankungen eines bestimmten Kulturkreis (Folk Illness). In einer technisch dominierten informationsüberfluteten Gesellschaft kann Stress ( aber auch Anorexie und Übergewicht) als ein typisches CBS bezeichnet werden. Die schnel-lebige ganz nach außen orientierte Gesellschaft fordert entsprechend kulturkonform zunächst eine rasche rational-technisch orientierte ebenfalls auf das äußerliche ausgerichtete Medizin. Leider begeht die moderne Medizin  den folgenschweren Fehler, sich über all die anderen Therapieformen hinweg zu erheben  und jahrtausende gereiftes Heilwissen dieses Planeten verächtlich vom Tisch zu wischen. Wir müssen einsehen, dass eine Medizin der Zukunft nur ganzheitlich unter Einbeziehung des  weltweit gereiften Erfahrungsschätze möglich ist – auch wenn sich diese Verfahren nicht nach den üblichen wissenschaftstechnischen  Methoden statistisch signifikant „beweisen“ lassen.