05.01.2009 14:30 Alter: 1231162200

Neues aus der Akupunktur Forschung

 

++++++Akupunktur NEWS ++++++++

Akupunktur bei Steißlage

Eine holländische Metastudie hat gezeigt, dass Akupunkturbehandlungen (Moxibustion,
Akupunktur, Elektroakupunktur) auf V67/Bl67 (zhiyin) im Gegensatz zu einer
abwartenden Behandlung bei der Korrektur einer Steißlage wirksam sind. Insgesamt
betrug der Anteil der Steißgeburten nach einer Akupunkturbehandlung 28 %, während es
bei den Kontrollgruppen 56 % waren.
(Effectiveness of acupuncture-type interventions versus expectant management to
correct breech presentation: a systematic review, Complement Ther Med, April 2008,
16(2), 92-100)


Akupunktur bei Depressionen

Eine chinesische Metastudie hat gezeigt, dass Akupunktur eine effektive
Behandlungsmethode gegen Depressionen ist und die Intensität der Krankheit in
signifikantem Maß reduzieren kann.
(Is acupuncture beneficial in depression: A meta-analysis of 8 randomized controlled
trials?  J Affect Disord, Dez. 2008, 111(2-3), 125-34)


Akupunktur gegen postoperative Schmerzen

Eine amerikanische Metastudie hat ergeben, dass Akupunktur als Zusatztherapie bei
der Behandlung akuter postoperativer Schmerzen gute Erfolge erzielt. Sie half, die
Einnahme opioider Analgetika und die Intensität der Schmerzen zu reduzieren.
Außerdem gingen die opioidbedingten Nebenwirkungen zurück.
(Acupuncture and related techniques for postoperative pain: a systematic review of
randomized controlled trials, Br. J Anaesth, August 2008, 101(2), 151-60)


Akupunktur nach Brustoperationen

Eine Reihe brasilianischer Fallstudien haben gezeigt, dass sich bei der
Rehabilitation von Frauen, die nach einer Brustoperation an einem Lymphödem und/oder
eingeschränkter Beweglichkeit des Arms litten, mit Akupunktur eine signifikante
Verbesserung der Symptome erzielen ließ.
(Acupuncture in the rehabilitation of women after breast cancer surgery – a case
series, Acupunct Med, Juni 2008, 26(2), 87-93)


Akupunktur bei Trockenheit im Mund

Einer koreanischen Studie zufolge zeigte sich bei Krebspatienten, die an
strahlungsbedingter Xerostomie litten, nach einer Behandlung mit Akupunktur bzw.
Shamakupunktur eine geringfügige Verstärkung des Speichelflusses, wobei sich der
Effekt bei den beiden Gruppen nicht signifikant unterschied. Allerdings ließ sich
mit Akupunktur laut Xerostomie-Fragebogen der nicht stimulierte Speichelfluss um
2,33 Punkte verbessern, wohingegen es bei der Kontrollgruppe lediglich 0,33 Punkte
waren.
(Manual acupuncture improved quality of life in cancer patients with
radiation-induced xerostomia, J Altern Complement Med, Juni 2008, 14(5), 523-26)


Keine Erhöhung der Schwangerschaftsrate nach IVF durch Akupunktur

Eine neue Londoner Metastudie gelangte zu dem Schluss, dass Akupunktur nicht zu
einer Erhöhung der Schwangerschaftsrate nach In-vitro-Fertilisationen beiträgt.
(A systematic review and meta-analysis of acupuncture in in vitro fertilisation,
BJOG, Sep. 2008, 115(10), 1203-13)


Akupressur fördert Gewichtszunahme bei Frühgeborenen

Im Zuge einer taiwanesischen Studie wurde eine Gruppe Frühgeborener mit Akupressur
behandelt (Rs12/KG12 (zhongwan), S36/Ma36 (zusanli), R1/Ni1 (yongquan), Reiben des
Abdomens, Massage von Milz- und Magenleitbahn). Die durchschnittliche tägliche
Gewichtszunahme betrug bei der Akupressurgruppe 32,7 Gramm, bei der Kontrollgruppe
27,3 Gramm. Während sich in der ersten Behandlungswoche noch kein signifikanter
Unterschied zwischen den beiden Gruppen feststellen ließ, war die Gewichtszunahme in
der zweiten Woche signifikant höher.
(Acupressure and meridian massage: combined effects on increasing body weight in
premature infants, J Clin Nurs, Mai 2008, 17(9), 1174-81)


Ohrakupunktur verbessert Antioxidantia-Werte bei Diabetikern

Eine taiwanesische Studie ist zu dem Ergebnis gelangt, dass Ohrakupressur mit
Dauernadeln bei Diabetes mellitus-Patienten die Konzentration von antioxidanten
Enzymen erhöhen und auf diese Weise diabetischen Komplikationen vorbeugen kann, die
von Lipoperoxidation und der Bildung von freien Radikalen ausgelöst werden.
(Effect of auricular pellet acupressure on antioxidative systems in high-risk
diabetes mellitus, J Altern Complement Med, April 2008, 14(3), 303-7)


Wichtige Komponenten zur Verstärkung des Placebo-Effekts bei Akupunkturbehandlung

Eine amerikanische Studie untersuchte die Auswirkung dreier Komponenten auf den
Placebo-Effekt von Akupunktur: Reaktion des Patienten auf Untersuchung und
Einschätzung der Lage, Ausführung des therapeutischen Rituals und Patientenreaktion
auf die Interaktion zwischen Patient und Therapeut. 262 Patienten mit Reizkolon
wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe wurde lediglich beobachtet; sie
wurde auf eine Warteliste gesetzt, aber nicht behandelt, und nach drei und sechs
Wochen noch einmal untersucht. Die zweite Gruppe wurde sechs Mal mit Shamakupunktur
behandelt und führte jeweils nur kurze fünfminütige Gespräche mit dem Therapeuten.
Die dritte Gruppe erhielt die gleiche Shamakupunkturbehandlung wie die zweite. Damit
einher ging jedoch ein 45-minütiges Gespräch mit dem Therapeuten, der dabei bewusst
folgende Verhaltensformen zeigte: Freundlichkeit, aktives Zuhören,
Einfühlungsvermögen, 20 Sekunden nachdenklichen Schweigens beim Pulsmessen oder
Nachdenken ?
?ber die Therapie und schließlich das Vermitteln von Zuversicht und positiven
Erwartungen. Daraufhin berichteten von einer Linderung ihrer Symptome 28 % der
Patienten auf der Warteliste; 44 % der zweiten Gruppe und 62 % der bevorzugt
behandelten Gruppe.
(Components of placebo effect: randomised controlled trial in patients with
irritable bowel syndrome, BMJ, 3. Mai 2008, 336 (7651), 999-1003)


Akupunktur beeinflusst Gehirnaktivität

FMRT-Untersuchungen der Gehirnaktivität vor und nach einer Akupunkturbehandlung
deuten darauf hin, dass Akupunktur Einfluss auf das im Ruhezustand befindliche
Gehirn hat. Der Punkt Pc6/KS6 (neiguan) wurde 150 Sekunden lang mit manueller
Akupunktur bzw. mit Shamakupunktur stimuliert. Mittels fMRT ließ sich feststellen,
dass die Akupunktur (aber nicht die Shambehandlung) einen anhaltenden Effekt auf die
Konnektivität verschiedener Hirnbereiche im Ruhezustand hatte. Sie erhöhte den
Anteil der Hirnregionen, die im Ruhezustand aktiv sind, und bezog Bereiche ein, die
mit Schmerz, Emotionen und Gedächtnis zu tun haben.
(Acupuncture modulates resting state connectivity in default and sensorimotor brain
networks, Pain, Juni 2008, 136(3), 407-18)


Auswirkungen von Akupunktur auf das Gehirn

Eine amerikanische Studie untersuchte mittels fMRT die Auswirkungen von manueller
Akupunktur auf IC2/Di2 (erjian), einen Punkt, der normalerweise zur Behandlung von
Xerostomie genadelt wird. Akupunktur führte zu einer beidseitigen Aktivierung der
Inselrinde sowie des angrenzenden Operculums, während Shamakupunktur weder
aktivierend noch deaktivierend wirkte. Außerdem führte Akupunktur zu einer stärkeren
Speichelproduktion als Shamakupunktur.
(Functional magnetic resonance imaging (fMRI) changes and saliva production
associated with acupuncture at LI-2 acupuncture point: a randomized controlled
study, BMC Complement Altern Med, 7. Juli 2008, 8, 37)